Die Sache mit dem Verzeihen…

Wer anderen nicht verzeihen kann, wird auch sich selbst nie vergeben (unbekannt)

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, das mir persönlich sehr am Herzen liegt – Vergebung.
Ich bin ja der Meinung, dass unsere Gesellschaft immer mehr versachlicht und Wissen um Fakten und Vorgänge mehr schätzt als Emotionalität und lernen von Menschlichkeit, Vergebung, Liebe, Achtung und Respekt. Mir scheint, als wären all diese Sachen reinste Nebensächlichkeit, ja fast eine Eigenschaft der Schwachen.
Dass wir uns dadurch aber mehr und mehr vom Mensch-Sein entfernen, dass haben wir – denke ich, noch nicht so ganz kapiert.

Innerer Frieden – dies finde ich ist erstrebenswerter als Wissen über händisches Wurzelziehen, lösen von logischen Aufgaben, erlernen von 3 Sprachen und Handball spielen.
Nicht falsch verstehen, diese Dinge empfinde ich als absolut nicht unwichtig, jedoch bringt ein solcher Lehrplan Menschen hervor, die wissen was die Wurzel von 23 ist, aber keinen Schimmer haben, welches Ziel sie im Leben haben, wie man tröstet, wie man füreinander da ist, was Mitgefühl ist und wie man vergibt.


Dieses Wissen – ich bezeichne es ganz salopp als Verbindung zu deinem Selbst, oder das Bauchgefühl, wird ganz tief im Inneren begraben .
Durch viel wieder-ins-Bewusstsein-bringen, können wir diese Fähigkeiten aber wieder an die Oberfläche holen. Denn jeder ist empathisch, mitfühlend und bestrebt andere und sich selbst glücklich zu machen. Die Verbindung ist einfach nur gekappt. Und leider werden wir durch viele Erfahrungen und Erlebnisse bestärkt uns zurückzuziehen, eine Mauer aufzubauen und andere verletzen zu wollen, damit wir es nicht werden.

Dass dieser Schuss aber gewaltig nach hinten losgeht, dass dürfte eigentlich jedem, wenn man etwas länger darüber nachdenkt, klar sein. Denn weißt du was passiert, wenn du dich verschließt? Du bist einsam. Und niemand kann dich erreichen. keine Liebe wird genug sein, kein Gespräch erfüllend, kein Glück dich zufrieden stellen, keine Entschuldigung deine Verletzung heilen lassen.

Womit wir wieder beim Thema wären 😉


Warum ist Verzeihen denn nun so wichtig?
– Solange du dir immer diese Verletzung hochholst, sie nicht vergibst, verletzt du dich bewusst. Immer wieder, jeden Tag aufs Neue.
– Wenn du nicht loslassen willst (alles ist eine Sache des Wollens), dann kannst du nicht objektiv leben. Du beurteilst jeden und vor allem hältst du dieser einen Person Vergangenes immer wieder vor. Doch wie sagt man so schön? Jeder macht Fehler. Und genau hier liegt auch das Problem, dass wir uns nicht trauen etwas zu riskieren, weil wir denken es könnte ein Fehler passieren, der uns noch ewig vorgehalten wird.
Vergebe, damit auch dir vergeben wird (Gesetz der Anziehung!!!)
– Weil dein eigener Seelenfrieden dir wichtiger ist als alles andere! Wut, Rache und Hass vergiften deinen Geist und deinen Körper. Lass Vergangenes los und schließe endlich Frieden.

Vergebung ändert nie deine Vergangenheit, aber bereichert deine Zukunft.


Meine Tipps um verzeihen zu können:

  • Bedenke, dass du genauso mitverantwortlich für die Situation, in der du verletzt wurdest, bist als dein Gegenüber. Denn du hast zugelassen, dass du verletzt wirst. DU hast diesen Moment in dein Leben gezogen. Also schiebe die Schuld niemals in fremde Schuhe. Analysiere die Situation und lerne daraus! Dann passieren dir solche Sachen auch nicht mehr. Jede Situation, in der du dich unangenehm fühlst, du merkst, dass es dir dabei nicht gut geht, will bearbeitet werden. Du bist hier um zu lernen und dies funktioniert nun mal nur über learning by doing 😉 Also schau dir genau an, was dich stört und ändere dein Verhalten, damit du damit gut umgehen kannst. Und mache es gleich! Je länger du dich mit dem Gefühl herumquälst, desto mehr glaubst du tief verletzt worden zu sein. (Das kenne ich aus eigener Erfahrung)
  • Warte nicht darauf, dass sich der andere entschuldigt, denn was du wahrnimmst, kann kein Mensch vorhersehen. Mit welchem Ohr du Gesagtes hörst, weiß niemand. Sehr oft ist das Gesagte, das Getane nie so gemeint, wie du es aufnimmst. Frage nach und achte darauf, dass du Dinge objektiv und sachlich hörst!
  • Beginne dir selbst zu verzeihen. Seien wir ehrlich, meist stört dich das Gehabe und das Gerede der anderen nicht wirklich, es ist dein (fehlendes) Verhalten, dass dich richtig wütend macht. Sätze wie „Warum lasse ich das mit mir machen?„, „Ich sollte mich wehren!„, „Dazu sollte ich etwas sagen!„, schwirren dann in unserem Kopf herum und wir sind eigentlich auf uns wütend, dass wir NICHT reagiert haben, dass wir zugeschaut haben. Also gehe alle Situationen durch, in denen du das Gefühl hast, verletzt worden zu sein und achte darauf, was dich wirklich traurig und wütend macht. Nimm diese Erfahrungen mit und ändere dein Verhalten bei den nächsten ähnlichen Situationen.
  • Wisse, dass IMMER nur dein Ego verletzt wird, niemals deine Seele, dein tiefstes Inneres. Wenn du es aber ewig mit dir rumschleppst, im Außen förmlich danach suchst, wieder damit konfrontiert zu werden, dann baut es sich mehr und mehr auf und du wirst garantiert wieder in solche Situationen kommen und nichts wird sich ändern, du hast das Gefühl immer wieder und wieder verletzt zu werden. Je mehr du aber anhäufst, desto tiefer werden die Spuren, die hinterlassen werden und diese können dein Verhalten, dein Vertrauen, deinen Glaubenssatz ändern und zwar ins Negative.
  • Lebe in der Gegenwart. Und das ist die effektivste, aber auch schwerste Aufgabe. Lass die Vergangenheit und vergangene Situationen hinter dir! Wenn du jemanden ewig vorhältst was er vor xy Jahren gemacht hat bist du erstens mega unfair, denn Fehler passieren und du hast es auch mit dir machen lassen (!) und du wirst nie ein anderes Bild von dem Menschen bekommen (ja, Menschen können sich ändern!). Stets wird diese eine Situation eure Beziehung (und damit auch deine zu dir selbst) belasten. Sei fair und lasse Vergangenes in der Vergangenheit. Begegne Menschen unbefangen und auch jene, die du (glaubst zu) kennen immer wieder so, als würdest du sie nicht kennen. (Ein wunderbares Spiel, bei dem du garantiert unglaublich überrascht werden wirst!)

Der Schwache kann nicht verzeihen…. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken. (Mahadma Gandhi)


Also nochmal schnell alles zusammengefasst:
Vergibt dir selbst! Wisse, dass du diese Situationen angezogen hast und du somit auch verantwortlich bist. Lerne aus der Vergangenheit, aber lass sie nicht deine Gegenwart und somit deine Zukunft vergiften!

Jeder, der diesen Artikel gelesen hat, denkt nun sicher an mindestens eine Situation, die endlich aufgelöst werden möchte 😉 Denn auch diesen Post hast du nicht per Zufall gelesen.
Gönne dir deine Frieden!

Ich drück dich
Deine Anna

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