Verlasse deine Komfortzone

Das Leben beginnt am Ende deiner Komfortzone.
(Neale Donald Walsch)

Wir wissen nun, dass ein glückliches Leben in der Komfortzone nicht möglich ist. Dass unsere Gewohnheiten und unser Sicherheitsgefühl uns blockieren. Aber wie bricht man denn aus? Wie lernt man loszulassen und mutig zu werden?

Ein großes Thema, das durch das Verlassen der Bequemlichkeit Raum einnimmt, ist unsere Sichtbarkeit. In der kleinen, feinen Komfortzone sind wir beinahe unsichtbar. Wir handeln nur in Bereichen, wo wir sicher sind, dass wir uns auskennen, werden fast ein wenig gewöhnlich und dadurch nicht sichtbar für die Außenwelt. Wie eine kleine Schnecke verharren wir in dem gemütlichen Schneckenhaus, trauen uns nicht unser Gesicht der Welt zu zeigen.

Wenn du aus deiner Komfortzone ausbrechen willst, dann sei dir im Klaren, dass du für deine Umwelt sichtbar wirst.  Du überrascht Menschen mit deinem Verhalten, änderst deine Ansichten, stehst zu diesen, lernst dich selbst neu kennen und gehst Risiken ein. Das macht die anderen Menschen neugierig und sie beobachten dich. Das muss dir bewusst sein.

Aber du kannst endlich atmen, wenn du aus deinem Schneckenhaus hervor kriechst. Du versuchst Dinge, die dich neugierig machen und entdeckst ganz neue Seiten an dir. Neue Fähigkeiten, die tief in dir geschlummert haben, können nun endlich ausbrechen. Du wirst selbstbewusster und mutiger, weil du merkst, dass dir hier draußen nichts geschehen kann. Die Meinung der anderen dir egal ist, weil du weißt, dass das Wichtigste ist, deinen Horizont zu erweitern, Fähigkeiten auszuleben und vor allem dir selbst treu zu sein. Dein Leben so zu leben wie du es möchtest.

Wie also trainieren wir, den Fuß über die imaginäre Grenze zu setzen?

  • Zuerst einmal, setze dir kleine Schritte als Ziel. Dein Geist und auch dein Körper müssen sich an die neuen Situationen erst gewöhnen. Lass dir Zeit und geh einen Schritt nach dem anderen. Überfordere dich nicht.
  • Setzt dich hin und atme mal tief ein. Dann überlege dir, was du schon immer mal machen wolltest, wie du immer schon mal sein wolltest (es gibt nichts was falsch wäre, oder nicht machbar) und schreibe es dir auf einen Zettel auf. Was weckt Neugier in dir? Was füllt dich mit Begeisterung? Wo merkst du, möchtest du mehr erleben, mehr sehen, mehr spüren? Wie möchtest du in bestimmten Situationen reagieren? Geh ganz tief in dich und schreibe ALLES auf. Egal ob du es dir jetzt vorstellen kannst oder nicht. Gib dir die Möglichkeit alles aufs Papier schreiben zu dürfen. Es gibt kein “ Kann ich nicht, wegen finanziellen Mangel, körperlichen Defiziten, mir fehlt der Mut dazu, so bin ich nicht ect.“
    Erlaube dir auszubrechen. Höre auf dein Herz, denn dann gibt es keinen falschen oder schwierigen Weg.
  • Stelle dir vor, wie es wäre diese eine oder die mehreren Situationen zu durchleben. Was fühlt sich gut an? Wo fühle ich Begeisterung und Freude? Was stimmt mich glücklich? Wann wäre ich stolz auf mich selber? Wo würde ich mich selbst überraschen?
  • Informiere dich über die jeweiligen Situationen. Wo kann ich es machen? (Bungee Jumping, Delfinschwimmen, Marathonlauf, neue Frisur, Motorrad kauf, was auch immer). Wie kann ich mich verhalten und welche Eigenschaft kann oder soll ich dafür trainieren?
  • Und dann? Dann tust du es. Ohne zu überlegen und zerlegen. Gedanken spielen jetzt keine so große Rolle mehr. Mach es einfach genieße deinen Mut! Sei stolz auf dich!
    Wenn du es einmal getan hast, das Überschreiten der Grenze, dann wirst du es immer wieder tun, weil es sich so gut an fühlt und du so unglaublich stolz auf dich bist! Und vor allem weil du weißt, dass du es kannst und dir nichts im Wege steht.

Es gibt keine Zauberformel, kein großes Training, um auszubrechen. Man muss seinen inneren Schweinehund überwinden! Und du musst dich selbst neu kennen lernen. Du bist das Produkt dessen, was du von dir selber denkst. Also überrasche dich selbst, mit einer  Tätigkeit, die du nie von dir erwartet hättest. Spinne deine Gedanken in alle Richtungen. Setze deinem Geist keine Grenzen und wenn es dein ganzes Leben auf den Kopf stellt, dann tu es, weil du es dir selbst wert bist. Das Resultat? Du bist glücklich und beginnst dich selbst zu lieben. Und wenn du das tust, ist Liebe dein ständiger Begleiter!

Aber auch die kleinen Dinge im Alltag, die uns herausfordern, sind an deine Komfortzone gekoppelt. Gibt es Gepräche, vor denen du dich drückst? Stellst du dich zu oft in den Hintergrund? Isst du immer die selben Gerichte? Wann hast du dir das letzte Mal ein Kleidungsstück gekauft, weil es dir super gut gefallen hat, hast es aber doch nie angezogen, weil du keinen Anlass gefunden hast oder dich nicht getraut hast?
Dein Alltag birgt viele Möglichkeiten immer wieder den Fuß über die imaginäre Grenze zu setzen. Achte einmal darauf, was du alles NICHT tust, weil es zu herausfordern für dich ist. Setze dann hier an und überrasche dich selbst, in dem du etwas tust, was nicht einmal du dir zugetraut hättest!

Meine eigene Komfortzonen-Geschichte

Ich habe begonnen mich intensiv mit mir zu beschäftigen. Viele Übungen gemacht, in denen ich mich von Grund auf kennen gelernt habe. So habe ich verstanden, warum ich handle wie ich handle und mir wurde bewusst, ob ich diese Eigenschaften mit in mein neues Leben nehmen möchte oder nicht. Und es störte mich ungemein, dass ich meine Träume nie in Angriff nahm. Ich sah in mir immer die Person, die von de Sachen träumt, aber sie nie bekommen wird. Ich fand immer wieder neue Ausreden um mich zu drücken (Finanzen, Müdigkeit, mangelnde Fitness, mangelnde Charaktereigenschaft…) Ich ärgerte mich stets darüber, aber nie genug um dann doch etwas zu ändern. Dann aber entdeckte ich meine Liebe zum Schreiben und ich wusste ich möchte dieses Hobby gerne vermehrt in meinem Leben haben und so entschied ich mich radikal, einen Blog zu betreiben. Ich hatte keinen Ahnung was und vor allem wie ich es machen sollte, aber ich kümmerte mich tagtäglich darum, suchte mir einen Webdesigner, legte Geld auf die Seite und die Ideen flossen dann von ganz alleine. Und nun? Ja nun teile ich, die früher kaum etwas von sich preisgab, Menschen meine Meinung mit, bin unglaublich sichtbar, viele wissen nun um meine Geschichte und ja ich denke ich inspiriere einige von euch! Und das macht mich unglaublich glücklich und stolz. Ja ich bin sehr stolz auf mich und das ist ein wunderbares Gefühl.

Aber auch meine tägliche Morgenroutine ist ein Austreten aus meiner Komfortzone. Früher eine Langschläferin, jetzt stehe ich um 5 Uhr morgens auf, mache meine Yogaübungen, meditiere und nehm mir Zeit zum Frühstücken. Ja, am Anfang als der Wecker klingelte, war es schwer für mich. Aber ich merkte, dass es mir total gefiel, ich viel entspannter in den Tag startete, meine Intentionen viel einfacher zu verwirklichen waren und ich mich in einem wunderbaren Energie befand. Jetzt ist es komplett normal für mich. Ich genieße meine Morgenroutine sehr und wenn ich sie einmal nicht mache, fehlt sie mir.

Oder auch meine täglichen Yogaübungen am Nachmittag. Mich immer wieder aufzuraffen, ist nicht immer leicht, aber ich möchte es so und deswegen tue ich es auch.

Und jetzt weiß ich, dass mir absolut gar nichts passieren kann, wenn ich aus meinen Schneckenhaus hervorkrieche. Es gefällt mir hier draußen so viel mehr, als da im stickigen Dunkeln. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich mich vor Situationen im Alltag drücke, mich mein schüchternes Ich wieder einholt, aber ich habe es bis jetzt immer wieder geschafft MEINEN Willen, und nicht den Willen meiner Angst durchzusetzten. 

Jede Veränderung beginnt mit einem kleinen Schritt. Traut euch, denn

Der Weg entsteht unter deinen Füßen
(Zen-Weisheit)

Eure Anna

2 Kommentare
  • Avatar

    Eveline Öhm

    Antworten

    Wow… Das sind wieder unwahrscheinlich tiefgehende, sinnvolle Worte. Und deine Geschichte.. wie wunderschön für dich lb Anna. Die Komfortzone… wer kennt sie nicht. Wie der Name schon sagt gemütlich aber auch allgemein und nichtssagend. Mit deinen inspirierenden Worte hast du meinen Nagel auf den Kopf getroffen. Danke!!!!

    • Anna

      Anna

      Das freut mich liebe Eveline, dass ich mit meinen Worten etwas in dir bewegen kann! Du wirst sehen, wenn du dich traust dann erkennst du viele neue Seiten an dir! Alles Liebe und eine dicke Umarmung!
      Deine Anna

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